Darstellendes Spiel

für alle, die Theater lieben (lernen wollen)

Die ganze Welt ist ein Theater! (W. Shakespeare)

Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. ( Fr. Schiller)

Ich liebe es, Theater zu spielen, es ist so viel realistischer als das Leben. (O. Wilde)

Kurz vor einer Aufführung eines meiner DS-Grundkurse („Rathaus Spandau“ 2016) äußerte eine Schülerin:
„Es ist schwer, so viel Energie und Zeit in ein Stück zu stecken, dass alle fünf Stunden komplett geändert und verdreht wird, aber es zahlt sich aus.“

In diesem Spannungsfeld zwischen
– großen Erwartungen an ein Fach, in dem Theater gespielt, gelernt und geübt wird, und der
– Schulrealität auf die man trifft, wenn man mit einer großen Gruppe von SchülerInnen im Teenageralter ein Stück auf die Bühne bringen will, bewegt sich das Fach „Darstellendes Spiel“ (DS).

Aufführung “Ich will mit” des Grund­kur­ses DS, 2. Sem., 2013 (Foto: Selig)

In Ergänzung zu den anderen künstlerischen Fächern Musik und Kunst bietet das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in der Oberstufe auch das Fach Darstellendes Spiel an.

Ab und zu ist es auch möglich, bereits für die 10. Klasse eine Arbeitsgemeinschaft dazu anzubieten.

Viele Schüler/innen freuen sich schon jahrelang darauf, endlich dieses Fach in der Oberstufe belegen zu können, weil sie schon in der Grundschule Erfahrungen mit Theaterunterricht und dem gemeinsamen Gestalten von Aufführungen gesammelt haben.

Diese wissen dann auch, dass es viel Spaß macht und dass sich die viele Arbeit, die das Training und die Proben mit sich bringen, lohnen.

Andere sind einfach neugierig auf dieses „neue“ Fach, fühlen sich in Musik und Kunst nicht begabt genug oder wollen mal etwas anderes bzw. sich selbst ausprobieren.

Tatsächlich ist dieses Fach in vieler Hinsicht anders als die meisten anderen Fächer:

– Die Teamarbeit steht im Vordergrund, denn eine Aufführung kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen.

– Alle müssen besonders diszipliniert und verantwortungsvoll miteinander umgehen, damit die gemeinsame Arbeit für alle zufriedenstellend ist.

– In den Unterrichtsstunden gibt es viele körperliche Übungen, die auch manchmal Mut und Überwindung erfordern.

– Man muss die Bereitschaft mitbringen, sich immer wieder auf Neues einzulassen.

– Der Proben- und Vorbereitungsaufwand vor einer Aufführung erfordert einen über die normale Unterrichtszeit hinausgehenden Einsatz an zusätzlichen Nachmittagen und Wochenenden.

– Die Schüler/innen können die vielen Facetten von Persönlichkeiten und Darstellungsweisen ausprobieren, sich anders zeigen, als sie sind, sich in immer neuen Begegnungen und kreativen Prozessen entwickeln.

– Die Schüler/innen können sich mit ihren künstlerischen, sportlichen und kreativen Stärken individuell einbringen und zugleich ihre diesbezüglichen Fähigkeiten ergänzen und erweitern.

– Ergänzend zum Unterricht in der Schule werden regelmäßig Theateraufführungen an Berliner Theatern vorbereitet, besucht und diskutiert. Bei Gelegenheit können im Unterricht auch Workshops von Theaterpädagogen durchgeführt werden.

Der Grundkurs Darstellendes Spiel ist gleichzeitig – wie alle anderen Grundkurse auch – an den Rahmenlehrplan des Landes Berlin gebunden. Das bedeutet:

– Für Leistung und Bewertung gelten dieselben Maßstäbe: Es werden Klausuren geschrieben, es gibt schriftlich zu bearbeitende Aufgaben, die Mitarbeit wird bewertet.

– Nach vier Semestern Unterricht können die Kursteilnehmer/innen im Fach DS die 5. Prüfungskomponente des Abiturs ablegen.

– Sowohl Klausuren als auch Abiturprüfungen enthalten in der Regel einen spielpraktischen Anteil (Gruppenprüfung). Dazu kommt ein reflektorischer Teil, in dem das Gezeigte mit Hilfe gelernter Kenntnisse über die verschiedensten theatralen Elemente erklärt und auch kritisch analysiert werden muss.

– Daher stehen auf dem Lehrplan viele verschiedene Kompetenzen und Inhalte: Diese sind nicht nur wichtig, um möglichst überzeugend unterschiedliche Rollen spielen zu können, sondern es werden auch Kenntnisse über die vielen Aspekte von „Theater“ vermittelt.

Wichtige Inhalte des Unterrichts

  • Körper und Bewegung
  • Spiel (Bewegung) im Ensemble / Chorisches Spiel und Sprechen
  • Improvisation
  • Pantomime
  • Bühnenraum / Bühnenformen
  • Arbeit an der Rolle / Figur
  • Stimme und Sprechen
  • Requisiten und ihre Funktionalität
  • Kostüme und Maske
  • Ton / Musik / Licht
  • Vermittlung theatertheoretischer Grundlagen

Einen hohen Stellenwert bei der gesamten Arbeit haben die Reflexion des eigenen Spiels und des Spiels der anderen Kursteilnehmer(innen). Diese Rückmeldungen schulen die Fähigkeit, Arbeitsergebnisse kritisch zu hinterfragen und mit Kritik an sich selbst konstruktiv umzugehen. Sie geben somit Impulse für die Weiterarbeit.

Kollegium

Zurzeit wird das Fach (leider) nur von einer Kollegin, Frau Rüppel-Dittmann, unterrichtet.

Häufig gestellte Fragen

Sie üben und lernen Disziplin, Verantwortung und gegenseitige Rücksichtnahme, da das Zustandekommen einer Aufführung hauptsächlich auf Teamarbeit beruht.

Sie werden im Laufe des Kurses körperlich und geistig selbstbewusster, mutiger und spontan-kreativer, da hauptsächlich Körperarbeit, Improvisation und kleine Szenen in Gruppen geübt und trainiert werden.

Sie können Vorträge aller Art besser präsentieren, da auch Lautstärke, Artikulation und sprachlicher Ausdruck ständig geschult werden.

Sie werden toleranter, offener und aufmerksamer, da sie sich immer wieder mit der Vielfalt an Kreativität, Persönlichkeit und Menschsein auseinandersetzen müssen.

Mindestens 1x pro Halbjahr wird eine Aufführung eines Theaterstücks in einem der vielen Berliner Theater besucht.

Der Eintritt ist für SchülerInnen sehr kostengünstig.

Sie lernen die vielfältige „Theaterlandschaft“ Berlins kennen.

Sie beobachten die Anwendung der theatralen Techniken, die sie im Unterricht selbst üben.

Sie begegnen Theaterformen, die sie in der Regel sonst nie kennengelernt hätten (z.B. Postdramatisches Theater).

a) Es gibt eine „Musical-AG“, in der ein Musical auf die Beine gestellt wird, in dem außer Singen und Tanzen auch das Theaterspielen wichtig ist.

b) Hin und wieder kommt eine Theater-AG (z.B. für die 10. Klasse) zustande.

c) Es gab auch schon einen Wahlpflichtkurs „Musik/Kunst/DS“

d) Außerdem gibt es in vielen Fächern wie z.B. Deutsch, den Fremdsprachen, aber auch Musik und Ethik Gelegenheiten, bei denen KollegInnen mit ihren SchülerInnen Szenen einstudieren.

Ja, auf jeden Fall! Denn die Planung, Vorbereitung und Durchführung einer Aufführung ist das wichtigste Ziel des Kurses! Die Aufführungen sind auch ein sehenswerter (!) Bestandteil des kulturellen Lebens des FvSt-Gymnasiums.

Beides findet in der für eine Schule großen AULA im 1. Stock des Altbaus statt.

(Sie hat dieselbe Größe wie die darunterliegende Sporthalle!)

Dort gibt es eine richtig große Bühne mit Hinter- und Seitenbühne sowie einem fest installierten Vorhang. In die Aula passen mehrere 100 Menschen als Zuschauer!

Equipment für Ton und Licht ist vorhanden und wird von SchülerInnen der Technik-AG bedient.

Prinzipiell für alle. Vorkenntnisse oder Erfahrungen im Theaterspielen werden nicht vorausgesetzt. Allerdings bietet das Fach keine „Bühne“ für reine Selbstdarsteller oder SchülerInnen, die mal „so wie im Fernsehen“ spielen wollen.

Meist gibt es dieses Fach am FvSt-Gymnasium nur als Grundkurs in der Oberstufe mit der Option, darin auch eine Abiturprüfung absolvieren zu können.

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