Ethik

Im Mittelpunkt der Ethik steht das Verhältnis des Menschen zu sich selbst, zur Mitwelt und zur Umwelt und damit die Frage:

Was ist ein gutes Leben und wie kann man es führen?

Ziele des Ethikunterrichts

Ein gutes Leben definiert sich nicht einmalig und für alle Zeiten sondern interpretiert sich aus kulturellem Leben, Religion, Politik, Ökonomie und Recht. „In einer durch Pluralität gekennzeichneten Gesellschaft, gelten als von allen geteilte moralische Verbindlichkeiten allein die Prinzipien, wie sie in den universellen Menschenrechten dargelegt und im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgeschrieben sind. Ethische Fragen müssen daher in einem an der Vernunft orientierten Verständigungsprozess gemeinsam geklärt und entschieden werden“[1].

Im Zentrum des Ethikunterrichts stehen …

• das Erkennen bestimmter Muster des Handelns und Verhaltens sowie das Anstellen beurteilender Vergleiche zwischen Wertmaßstäben,

• die Rekonstruktion und kritische Prüfung vorgefundener Entwürfe für ein gelingendes Leben, der Leitbilder und Handlungsnormen (Ethos),

• die Rechtfertigung der Bevorzugung bestimmter Werte.

Es geht also um …

  • Erziehung zu Menschlichkeit, Demokratie und Freiheit,
  • Toleranz und Achtung anderer Überzeugungen,
  • Verantwortung für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen,
  • Vermeidung gewaltsamer Konfliktlösungen.

Ethische Kompetenzen

Die zentrale Kompetenz ist die Fähigkeit zu einer ethischen Reflexion, die den Dialog sucht und sich im sozialen und politischen Handeln bewährt.

Wahrnehmen und Deuten ist „die Fähigkeit auf der Grundlage von Sinnes- und Sinnerfahrungen Sachverhalte unter ethischer Perspektive wahrzunehmen[…], zu den eigenen Emotionen, Bedürfnissen und Interessen in Distanz zu treten[…] Vorurteile zu bemerken. Hinzu kommt das Erfassen unterschiedlicher Interessen und Motive in alltäglichen Situationen.” [1]

Perspektiven einnehmen ist die Fähigkeit, „die Welt mit den Augen des anderen zu betrachten. Voraussetzung hierfür ist eine Beschäftigung mit den Gegebenheiten, welche die Person des anderen konstituieren, wie Biographie, Kultur, Religion, Gesellschaft, Machtverhältnisse etc. Je größer die Kenntnis des anderen, desto besser kann es gelingen, seine Perspektive einzunehmen. Dabei muss stets bewusst bleiben, dass diese Einnahme immer nur in einer Annäherung bestehen kann. Unabdingbar für diese Annäherung ist die Erkenntnis des Eige-nen im Fremden. Insofern folgt aus der Kompetenz der Perspektiveinnahme die Möglichkeit, soziale, kulturelle und religiöse Interaktionsprobleme auf faire Weise zu bewältigen.“ [1]

Sich im Dialog verständigen ist die Fähigkeit, „eine dialogische Gesprächskultur, in der Konsens angestrebt wird und Dissens akzeptiert und ausgehalten wird, auszubilden.[…]Ziel ethischer Dialoge ist es nicht, Recht zu bekommen, sondern das zur Debatte stehende

Problem zu klären oder einzusehen, dass es für eine Klärung weiterer Gespräche bedarf. Dazu gilt es, sich selbst anderen verständlich zu machen und Offenheit und Aufmerksamkeit für die Auffassungen, Gefühle und Werthaltungen des anderen aufzubringen. [1]

Argumentieren und Urteilen ist die Fähigkeit, „sich mit eigenen und fremden Positionen zu ethischen Fragen kritisch auseinanderzusetzen, widerspruchsfrei und begründet zu argumentieren, differenziert Positionen zu beurteilen und ein eigenes reflektiertes Urteil zu fällen. Dazu gehört auch die Fähigkeit, wesentliche Aussagen aus Texten und Materialien unterschiedlicher Art zu erfassen und diese in unterschiedlicher Art und Weise zum Ausdruck zu bringen und für die Argumentation zu nutzen.“ [1]

[1] Rahmenlehrplan Teil C Ethik Klassenstufen 7-10 s

Der Rahmenplan bietet sechs Themenfelder, die aus drei didaktischen Perspektiven betrachtet werden, nämlich der individuellen Perspektive (was bedeutet das Thema für den Einzelnen?), der gesellschaftlichen Perspektive (was bedeutet es für das Zusammenleben?) sowie die ideengeschichtliche (wie sind die kulturellen Zusammenhänge?).

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